Podpiloten – Der suspekte Podcast: Tech Open Air 2013

Weshalb “Der suspekte Podcast?” – wer ihn durchhört erfährt`s 😉 Außerdem: Weshalb Stefan Marx seit zwei Monaten mit einer Kamera am Kopf und Alexa Clay mit einem amischen Kostüm herumläuft. Weshalb der Philosoph und Foundd-Gründer Benjamin Metz vor der Technologisierung warnt, Ijad Madisch sie benutzt und wie wir das finden. Viel Spaß – und – konstruktive Kritik erwünscht!


Der Podcast „Podpiloten – Der suspekte Podcast: Tech Open Air 2013“ erschien zuerst auf netzpiloten.de und steht unter der Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland (CC BY-ND 3.0 DE). Nichtsdestotrotz dürfen natürlich Aussagen der drei Podcaster für die Auseinandersetzung damit zitiert werden. Die Verwendung von O-Tönen der Interviewpartner ist untersagt.

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7 Antworten zu “Podpiloten – Der suspekte Podcast: Tech Open Air 2013

  1. Mein Punkt ist die Kritik am Fortschrittsoptimismus. Denn wir können die Naturgesetze, insbesondere thermodynamische Prozesse nicht umgehen, ohne Nebeneffekte auf diversen Ebenen der Lebenswelt zu verursachen. Wer anderes glaubt, hängt eher einer Heilslehre nach, als einer halbwegs realistischen Einschätzung unserer Situation. Einem solchen Optimismus sollten wir uns angesichts unserer Lage nicht hingeben.

    • Ich verstehe den Heilslehre-Vorwurf nicht. Meinst du damit die Kritik an der Planbarkeit von Fortschritt, so im Sinne von Robert Jungk? Ich finde seine Art, auf die „Grenzen des Wachstums“, wie es der Club of Rome dann 1972 formulierte, zu reagieren unheimlich klug und auch logisch. Also mit der Gründung von Zukunftswerstätten und, damals ja noch unheimlich populär, Umweltaktivismus. Der Club of Rome sagt auch nicht, man müsse Fortschritt bremsen (die Studie ist übrigens computerbasiert), sondern sozial und ökologisch bewusst gestalten. Was ich bisher nicht wusste ist, dass es mittlerweile sogar eine Art Jugendorganisation, den Think Tank 30, gibt. Die verfolgen noch einen anderen Ansatz: nachhaltige Technologien unternehmerisch interessanter gestalten.

      • Benjamin Metz

        Die Heilslehre ist ein Technik-Optimismus, der besonders ausgeprägt ist in zeitgenössischen Positionen wie Transhumanismus oder Singularitarianismus. Diese Heilslehre lässt sich in etwas so zusammenfassen: „Wir werden durch technologische Innovationen eine immer bessere Welt mit steigendem materiellen Wohlstand realisieren. Und zwar für alle Menschen ungeachtet der steigenden Weltbevölkerung und bei gleichzeitigem und nachhaltigem Erhalt natürlicher Ressourcen und Güter. Alle Probleme, die durch diese technologische Praxis entstehen, werden durch immer bessere Technologien, die wir durch wissenschaftliche und technologische Praxis in der Zukunft erlangen, gelöst werden.“

  2. Aber damit ist meine Frage ja noch nicht beantwortet. Wann beginnt jemand denn, einer Heilslehre nachzuhängen? Klar ist es fortschrittsoptimistisch, wenn ich behaupte, dass nichts Schlimmes dabei ist, wenn wir Technik zunehmend in unser Leben lassen.
    Ich bin absolut bei dir, wenn du sagst, dass wir durch Technologisierung Gefahr laufen, unsere Menschlichkeit und Kontrolle über Technik zu verlieren. Und klar, das passiert, auch jetzt schon, wenn wir geistig und moralisch nicht hinterherkommen. Aber noch mal – das Problem liegt doch dann nicht beim Fortschrittsoptimismus – sondern am unterirdischen Umgang mit Fortschritt. Ich finde, ich bin nicht Anhängerin der frohen Botschaft, sondern sehe das Problem woanders.

  3. Optimismus ist kein Gegenstand der einfach so in der Welt für sich alleine existiert. Es ist eine Haltung die Menschen einnehmen und die eben damit auch ihren Umgang mit und ihr Verhalten in der Welt leitet. Der Fortschrittsoptimismus IST ein unterirdischer Umgang mit dem „Fortschritt“. Eine Person beginnt dann einer Heilslehre nachzuhängen, sobald sie deren Prämissen glaubt und bestimmte Handlungsmaximen ausbildet oder übernimmt – als Mittel zum Zweck, die Versprechen dieser Heilslehre zu realisieren. Deshalb habe ich meinen Vortrag mit dem Satz geschlossen, dass wir uns nicht von unterstellter Machbarkeit blenden, sondern vor- und weitsichtig dabei sein sollten, welche Haltung wir gegenüber technologischem Fortschritt einnehmen.

  4. Also darüber, ob das Bild der Heilslehre passt, würde ich weiterstreiten. Was den Fortschrittsoptimismus angeht, denk ich, versteh ich dich besser – immerhin 😉

  5. Nun, ein Optimismus hinsichtlich positiver Effekte einer bestimmten Praxis ist ja gerade synonym mit „Heilserwartung“ und genau diese positiven Effekte – durch die Verwendung von Technologie – versprechen uns insbesondere Positionen wie Transhumanismus und Singularitarianismus (→ Heilslehre). Ebenso versprechen wir uns viele positive Effekte im Alltag durch den Gebrauch von Technologie. Überall in Wissenschaft und Technik, Pharmakologie, Ökonomie und Industrie, Politik, etc. finden wir diese Versprechen auf eine zunehmend bessere, sichere, kontrollierbare, wohlhabendere Welt. Der religiöse Glaube an Erlösung und Vollendung (→ Eschatologie; Teleologie) durch Gott, verschiebt sich seit Beginn der Aufklärung (→ Empirismus) immer stärker in Richtung Mensch bzw. wissenschaftlicher und technischer Praxis.

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